Öffnungszeiten im Kindergarten

Wer braucht den Tück-Montag-Brauch?

Schwimmbad neu

Wertekonsens an der Hauptschule Inzing

Anton Hurmann zum Gedenken

Ehrungen und Preise

Willkommen im Land der Zimbern!

Jugendheim Inzing

Was mich bewegt!

Kindergarten - Ideen der Eltern

Neu ist sie nicht, die Diskussion um die Öffnungszeiten des Kindergarten Inzing. Bereits im Dezember 2000 gab es eine schriftliche Befragung von Eltern zukünftiger Kindergartenkinder mit dem „offiziellen“ Ergebnis, dass in Inzing kein Bedarf nach einem Mittagstisch beziehungsweise einer Öffnung während der Sommerferien besteht (bei 10-fachen Kosten, einer verbindlichen Anmeldung zwei (!) Jahre im Vorhinein und ohne Möglichkeiten, den Mittagstisch z.B. nur ein- oder zweimal pro Woche in Anspruch zu nehmen, meiner Meinung nach auch kein Wunder).

Um so erfreulicher ist es, dass die Gemeinde nun 1 1/2 Jahre später zu einem Diskussionsabend über organisatorische Belange des Kindergartens eingeladen hat. Bereits der bis auf den letzten Platz gefüllte Raum zeigte, dass das Interesse der betroffenen Eltern groß ist - ansonsten hätten wohl nicht 45 Mütter und Väter den Weg in die Hauptschule gefunden. In der zum Teil sehr lebhaft geführten Diskussion formulierten die Eltern viele konkreten Wünsche und Bedürfnisse.

Als die drei wichtigsten Punkte sind mir in Erinnerung geblieben:

• Ferienregelung: Fast alle anwesenden Eltern haben sich für eine Öffnung des Kindergartens im Sommer ausgesprochen. Auch wenn der Kindergarten z.B. nur 6 Wochen geöffnet hätte, wäre dies eine große Hilfe für alle berufstätigen Eltern.

• Öffnungszeiten und Mittagstisch: Wer derzeit zum Beispiel an ein oder zwei Vormittagen in Innsbruck arbeitet und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, hat ein Problem. Der „Mittagszug“ kommt nämlich um 12.45 Uhr in Inzing an, der Kindergarten schließt aber bereits um 12.30 Uhr. Nach Ansicht vieler Eltern bräuchte es daher dringend längere Tagesöffnungszeiten, wenn möglich in Verbindung mit einem Mittagstisch. Die Forderung nach einem klassischen Ganztageskindergarten kommt dabei von relativ wenigen Eltern. Viel mehr scheinen flexible Modelle ein Thema zu sein. So bringt eine Mutter den Vorschlag ein, den Kindergarten durchgehend zum Beispiel bis 14 Uhr zu öffnen (mit Mittagstisch) und die Nachmittagsgruppen dafür nicht mehr anzubieten.

• Aufnahme Dreijähriger: Hier formulieren viele Eltern den Wunsch, den Zeitpunkt des Kindergarteneintrittes individueller gestalten zu können, ca. 20 sprechen sich generell für die Aufnahme 3-jähriger aus.

Und wer soll das bezahlen, wird sich nun vielleicht der eine oder andere Leser fragen. Mir ist aufgefallen, dass die Eltern ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass diese zusätzlichen Angebote etwas kosten. Niemand fordert einen Mittagstisch zum Nulltarif - das Angebot muss aber finanzierbar sein und in Relation zu den derzeitigen Kosten stehen (wenn die Kosten von öS 300.- pro Monat auf die in der Umfrage angeführten öS 3.000.- steigen, wird‘s eng).

Soweit in aller Kürze das aus meiner Sicht Wichtigste vom Informationsabend. Ich persönlich hoffe sehr, dass die Wünsche dieser 45 Eltern von Seite der Gemeindeführung ernst genommen werden. Auch wenn beim Thema Kinderbetreuung oft verschiedene Wertvorstellungen aufeinanderprallen würde ich mir eine differenzierte Betrachtungsweise wünschen. Nicht jede Mutter, die Arbeiten geht, ist automatisch eine schlechte Mutter - genauso wie nicht jede, die zu Hause bleibt, automatisch eine gute Mutter ist. Ich bin davon überzeugt, dass diese Entscheidung jede Familie nach bestem Wissen und Gewissen trifft. Längere Öffnungszeiten des Kindergartens wären dabei eine große Hilfe und würden den Entscheidungsspielraum vieler Familien bedeutend erweitern!

Elisabeth Zöhrer

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Kindergarten - Erwacht!!

Dieser Ausruf beinhaltet die Sehnsucht nach einem neuen Beginn - oder ist auch als Rüge an die ewig Schlafenden gerichtet.

Inzing liegt ja schon Jahrzehnte im Dornröschenschlaf, was die Kinderbetreuung betrifft.

Doch auf der im April stattgefundenen Versammlung über die Erwartungen und Wünsche der Eltern zukünftiger Kindergartenkinder wurden endlich einmal Stimmen laut, die für längere Öffnungszeiten und einen Sommerkindergarten eintraten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie nervend es ist, Punkt 12h alles fallenzulassen, egal wie schief die Kollegen einen anschauen, zum Auto zu hetzen und alle Tempolimits ignorierend Richtung Inzing zu rasen, um pünktlich 12h30 das Töchterlein abzuholen. Und wehe, es passiert was Unvorhergesehenes!

Berufstätige Mütter haben es hierzuorts wirklich nicht leicht, abgesehen davon, wie schwer es ist, einen Vormittagsjob zu ergattern, kann man nicht einmal die öffentlichen Verkehrsverbindungen nutzen, da die ÖBB sich leider nicht den Inzinger Kindergartenöffnungszeiten anpassen können.

Und hat man den Wunsch, sein Kind mit drei Jahren in den Kindergarten zu bringen, ist man stigmatisiert und als Rabenmutter gebrandmarkt. Das arme Kind - abgeschoben!!!

Wir herzlosen berufstätigen Mütter denken ja nur an unser Vergnügen, wenn wir in der Früh aus dem Haus gehen, vier bis fünf Stunden arbeiten und dann heimeilen, um das Mittagessen zu kochen und den Haushalt zu machen - das verdiente Geld verprassen wir dann für Designer-Klamotten und Kosmetika.

Dabei ist es bei den steigenden Lebenshaltungskosten kaum möglich, mit einem Verdienst das Auslangen zu finden. Und eine eigene Pension sollte FRAU ja auch haben.

Heutzutage ist Hausfrau sein ein Privileg, welches man sich nur bei entsprechendem Verdienst des Mannes, Erbschaft oder Lottogewinn leisten kann. Wie viele sogenannte Hausfrauen gehen geringfügigen Beschäftigungen nach, nur um das Wirtschaftsgeld aufzubessern?

Auf dem Informationsabend waren zirka 40 Mütter und endlich auch ein paar Väter, die ihre Stimmen erhoben haben - jetzt kann niemand mehr sagen, dass nur ein paar böse Weiber (wie z. B. ich) Unruhe stiften und nörgeln wollen. Der Bedarf ist da, und kann nicht mehr, wie früher üblich, ignoriert werden.

Ob Inzing endlich erwacht???

Angela Farmer

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Wer braucht den Tück-Montag-Brauch?

Brauch der; -(e)s, Bräuche; (innerhalb einer Gemeinschaft oder in einem Gebiet) etwas, das man bei bestimmten Gelegenheiten gewöhnlich tut, weil es Tradition ist (aus Enzyklopädie MS Encharta 98)

April 1991: Wir stehen kurz vor der Übersiedlung nach Inzing. Vor unserem zukünftigen Domizil liegen mehrere Pakete Holzboden, vom Baumarkt gerade angeliefert. Tags darauf sind sie weg ...

Dann Entwarnung: Fürsorgliche Nachbarn haben das Holz in die Garage verräumt „... weil morgen isch Tück-Mantig!“

So haben wir Zugroaste zum ersten Mal Bekanntschaft mit dieser Sitte gemacht und uns in den Folgejahren nicht ungern daran gewöhnt, zu Ostern rund ums Haus ordentlich aufzuräumen. Auch wir haben das eine oder andere Stück schon vom Dorfplatz zurückgeholt, und dabei auch geschmunzelt, was alles so zusammengetückt werden konnte.

Einen harmlosen Brauch, der allzu schlampige Mitbewohner ein bisschen zur Ordnung ruft, konnte man eigentlich nur gutheißen.

Allerdings ist uns das Verständnis für‘s Tücken mit den Jahren zunehmend abhanden gekommen: Ein Gartentisch ist ja eigentlich im Garten an seinem Platz, und ein schmiedeeisernes Tor hängt auch in seinen Angeln in der Einfahrt goldrichtig. Muss man Blumentröge und Fußabstreifer anschrauben?

Mittlerweile ist es „Brauch“ geworden, alles zu verschleppen, was weder

a) angewachsen noch

b) angekettet oder

c) zu schwer zum Wegtragen ist.

Heuer war‘s wieder besonders originell: Gläser von Außenbeleuchtungen wurden abgeschraubt (sehr lustig!). In unserer Hauseinfahrt (die wirklich weit weg vom Dorfplatz liegt) stand ein voll beladener Anhänger (doppelt lustig: uns steht er im Weg, und der Eigentümer darf ihn im ganzen Dorf suchen). Ein paar alte Holzkisten haben sich auch zu uns verlaufen, was die Frage aufwarf: war das jetzt Tück-Montag oder Sperrmull?

Jeglicher Spaß hört sich aber auf, wo die Gefährdung der Gesundheit beginnt. Abdeckgitter von einem Kellerfensterschacht zu entfernen ist eine Frechheit, man kann den Täter/inne/n bestenfalls unsägliche Blödheit oder Gedankenlosigkeit zugute halten.

Ein Brauch ist, was man bei bestimmten Gelegenheiten gewöhnlich tut, weil es – innerhalb einer Gemeinschaft - Tradition ist.

Angesichts der jährlich wiederkehrenden Dummheiten, die manchmal von Delikten wie Hausfriedensbruch oder mutwilliger Sachbeschädigung nicht mehr ganz sicher abzugrenzen sind, frage ich mich, ob sich unsere Dorfgemeinschaft noch mit dieser Tradition identifiziert. Darüber sollten Gemeindeorgane, aber vor allem verantwortungsbewusste Eltern und die vielen Vereine, in denen unsere Jugendlichen betreut werden, nachdenken.

Christian Wieser

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Schwimmbad neu

Mit einem kleinen Festakt eröffnete Bürgermeister Kurt Heel am Sonntag, den 2. Juni das Inzinger Schwimmbad nach einer Generalsanierung bzw. Neubau von Technik, Sanitärbereich, Umkleidekabinen und Gastronomie. Bereits seit Mittwoch, den 29. Mai war das Schwimmbad wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen.

Der Bürgermeister sparte bei seiner Eröffnungsansprache nicht mit Kritik am Land Tirol, das nichts zur Finanzierung beigetragen habe. Dies trotz der eindeutig überregionalen Bedeutung des Inzinger Schwimmbades. So habe die Gemeinde allein – mit Hilfe von Bankdarlehen – für die Finanzierung Vorsorge treffen müssen, was aber gut gelungen sei.

Arch. Pirschl, BM. Fischnaller, Bauhofleiter Eiterer und Bgm. Heel Foto: Chronik

Der Feierlaune anlässlich der Wiedereröffnung des Schwimmbades tat diese „Zurückhaltung“ des Landes aber keinen Abbruch. Die Neugestaltung stieß bei den anwesenden Festgästen und dem Publikum auf große Zustimmung. In diesem Sinne bedankte sich Bürgermeister Kurt Heel bei allen Beteiligten, insbesondere bei Arch. Robert Pirschl, dem Bauleiter BM. Fischnaller und den Mitarbeitern des Gemeindebauhofes, die durch ihr Engagement zum reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten beigetragen haben.

Nach den Worten des Bürgermeisters nahm Pfarrer Franz Lanbach die Einweihung des Baues vor.

Pfarrer Lanbach mit „Ministrant“ Heel
Foto: hag

Mit einem – unfreiwilligen - Bad des bekleideten BM. Fischnaller, unter tatkräftiger Mithilfe der Bauhofmitarbeiter, fand der Festakt schließlich ein würdiges Ende.

Badegast Fischnaller
Foto: Chronik

Daten zum

Schwimmbadumbau:

Planung: Arch. Robert Pirschl - Inzing

Bauleitung: F&W- BM Fischnaller - Inzing

Bädertechnik: Sonderplaner Ing. Kofler – Ibk

Gesamtkosten: ca. € 1.000.000,-

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

• Erneuerung der Filterkesselanlage (BJ 1983) mit 2 modernen Filterkesseln und der Chlorgasanlage. Ein Anschluss für eine allfällige später einzubauende Solaranlage ist bereits vorgesehen (dzt. Heizung mit Gemeindestrom).

• Erneuerung der alten Chlorgasanlage durch eine vollautomatische Chlordosieranlage nach letztem Stand der Technik.

• Sanierung des unterirdischen Ausgleichsbeckens.

• Kosten Filter- und Chlorgasanlage ca. € 250.000,-

• Abbruch des bestehenden Obergeschosses des alten Kabinengebäudes, für späteren jederzeit möglichen Aufbau eines Leichtbau-Obergeschosses (z.B. Veranstaltungssaal autonom von Strasse zugänglich).

• Erneuerung der sanitären Anlagen und Garderoben im Erdgeschoss.

• Teilweise Nutzung der bestehenden Räume im Untergeschoss als Lager und Zugang für spätere Nutzung der weiteren Kellerräume (evtl. für Vereine im Selbstausbau).

• Neubau der Technikräume und des Buffetbereiches, Untergeschoss in Betonmassivbauweise, Erdgeschoss in Holzskelettbauweise.

• Umbau und Sanierung des bestehenden Kassagebäudes und des Schwimmbadzuganges.

• Kosten Hochbau: ca. € 700.000,—

• Erneuerung des Beckenumganges (neuer Asphalt) und der Duschen

• Neue Buffetterrasse mit gedeckter Pergola und Freibaranlage

• Neuer Trinkwasserbrunnen mit Bademeisterterrasse.

• Spielgeräte für Kleinkinder beim Plantschbecken mit Fallschutzplattenbelag.

• Neue Zufahrt für Anlagenpflege von Norden.

• Kosten Außenanlagen ca. € 50.000,—

Grundsätzlich wurde nach Wunsch des Gemeinderates der Charakter eines „Erholungsbades“ erhalten und auf die typische Elemente eines Erlebnisbades verzichtet.

Bauzeit:

Planungsbeginn September 2001,

Bauverhandlung Oktober 2001

Abbruchbeginn 22.Oktober 2001

Fertigstellung und Betriebsanlagengenehmigung

24.Mai 2002

Gesamtbauzeit: 155 Tage

Ca. 30 beschäftigte Firmen

Öffnungszeiten:
Juli bis August 9 - 20 Uhr
Do und Fr bis 21.30 (Buffet bis 22 Uhr)

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Wertekonsens an der Hauptschule Inzing

Gibt es eine Übereinstimmung zwischen Eltern, Schülern, Lehrern und Gemeinde bezüglich der Aufgaben, denen sich die Hauptschule Inzing stellen muss? Welche Werte sind allgemein gültig bzw. finden vorrangig Akzeptanz in allen befragten Gruppen, was ist uns (Eltern, Lehrern, Schülern) wichtig?

Dieser Frage ging ein Lehrerteam der Hauptschule nach.

Ein Fragebogen wurde erstellt, in dem die Wichtigkeit von insgesamt 71 (kognitiven, kulturellen, religiösen, sittlichen und sozialen) Werten durch Notengebung (1 bis 5) zu beurteilen war. Nach einer getrennten Auswertung (Schüler-Eltern-Lehrer-Firmen aus der Gemeinde und weiterführende Schulen) und Reihung in der jeweiligen Wertegruppe wurde nach einem eigenen Verteilungsschlüssel eine Gesamtreihung durchgeführt.

Interessant, dass in den Spitzenplätzen überwiegend soziale und sittliche Werte, hingegen nur vier kognitive Werte ganz vorne anzutreffen waren:

Schüler der HS Inzing sollen

1. Kulturgrundtechniken (sprechen, lesen, schreiben u. rechnen) beherrschen

2. liebevoll, nett, ... miteinander umgehen

3. auf den weiteren Bildungsweg gut vorbereitet werden

4. die Intimsphäre anderer wahren; Ehrlichkeit erleben und vertrauen können

6. Achtung vor Natur und Leben einüben

7. Gemeinschaftssinn, Fairness sowie Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit entwickeln

9. Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein stärken

10. emotionale Kompetenz erlernen; gewaltfreie Konfliktlösungen anstreben

12. Gleichheit und Gerechtigkeit aller akzeptieren

13. mit dem Gemeingut sorgsam umgehen; selbstständig und effizient lernen und arbeiten

15. Gleichberechtigung und Achtung des anderen Geschlechts leben; eine solide Allgemeinbildung erhalten; Höflichkeit und Manieren lernen

Das Ergebnis dieser Umfrage wird Eingang finden in das Schulleitbild der Hauptschule Inzing und uns Lehrern Richtung und Ansporn im erzieherischen Wirken sein.

Wir danken allen, die sich die Zeit genommen, mitgearbeitet, konstruktive Kritik geübt oder uns in unserem Bemühen gestärkt haben.

Wenn Sie nähere Details wissen wollen, besuchen Sie bitte unsere Homepage unter

http://www.hs-inzing.tsn.at/

Hubert Jäger

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Anton Hurmann zum Gedenken

Nach einem arbeitsreichen und bewegten Leben verstarb am 13. März Anton Hurmann im 84. Lebensjahr. Eine große Trauergemeinde, darunter Bürgermeister Kurt Heel mit Vertretern der Gemeinde Inzing, Vertreter der Inzinger Bauernschaft sowie Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehr und der Schützen begleiteten den „Blitzn Toni“ auf seinem letzten Weg. Auch der Obmann des Tiroler Grauviehzuchtverbandes Ökonomierat Erich Scheiber gab dem Verstorbenen die letzte Ehre.

Der frühere Ortsbauernobmann Lambert Draxl erinnerte in seiner Rede am Grab an die lange Liste von Funktionen und ehrenamtlichen Tätigkeiten, die der Verstorbene für die Bauern, für die Gemeinde und für die Kirche ausgeübt hat.

Selbst begeisterter Bauer, war ihm vor allem das Wohl der Inzinger Bauern zeitlebens ein besonderes Anliegen.

Durch 18 Jahre war der Verstorbene Ortsbauernrat davon 6 Jahre Ortsbauernobmann, 10 Jahre Obmann der Grauviehzuchtgenossenschaft Inzing, 18 Jahre Zuchtbuchführer und Probennehmer, 24 Jahre Mitglied des Vorstandes der Milchgenossenschaft Inzing, davon auch einige Jahre Obmann und Obmannstellvertreter und 20 Jahre Obmann der Mähdreschgemeinschaft. Er war weiters auch Ortsschätzmeister und übte mehrere Jahre die Tätigkeit des Almmeisters aus.

In den Jahren 1962 bis 1968 bekleidete er das Amt eines Gemeinderat.

In seiner Funktion als Gemeinderat und Ortsbauernobmann war er in dieser Zeit Initiator des Grundzusammenlegungsverfahrens. Unzählige Stunden war er unterwegs, um die Bauern von den Vorteilen dieser Maßnahme zu überzeugen. Aber erst nach der Murkatastrophe 1969 konnte die Grundzusammenlegung realisiert werden.

Toni war seit seiner Rückkehr aus dem Krieg im Jahr 1946 über Jahrzehnte Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Inzing und 15 Jahre lang auch Mitglied der Schützenkompanie Inzing.

Zudem gehörte er 42 Jahre dem Pfarrkirchenrat in Inzing an. Bereits vor dem Krieg war er aktives Mitglied im ehemaligen Christlich Deutschen Turnverein und zusätzlich auch noch Obmann und Kassier.

Geboren 1918 arbeitete er nach dem Besuch der Volksschule bis zu seiner Einberufung in den Krieg in der Ziegelei Inzing.

Nach sechs Jahren Kriegseinsatz an verschiedenen Kriegsschauplätzen und einem Jahr französischer Gefangenschaft kehrte er erst 1946 wieder in seine Heimat zurück. Bereits im Herbst desselben Jahres heiratete er Maria Mair die Tochter des „Blitzn“ Bauern in der Hube. Auf seine sechs Kinder war er immer sehr stolz.

Toni war mit Leib und Seele Inzinger. Bis ins hohe Alter zeigte er immer großes Interesse am Dorfgeschehen. Oft war er zu Fuß oder auf seinem Traktor im Dorf unterwegs, immer Zeit für ein Gespräch. Irgendwo einkehren und Neuigkeiten aus dem Dorf austauschen war sein Leben.

Als ich 1986 in den Inzinger Gemeinderat gewählt wurde, unterhielt sich mein Onkel Toni auch gerne mit mir über das Neueste aus der Dorfpolitik und erzählte mir so manche interessanten Begebenheiten und Erlebnisse aus seinen langen Jahren als engagierter Mitgestalter des Inzinger Dorflebens.

Bei seiner Beerdigung haben wohl alle Anwesenden gespürt, dass mit dem „Blitzn Toni“ wieder ein Stück vom „alten“ Inzing verloren gegangen ist.

Christine Scheiber

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Ehrungen und Preise

(hag) Das silberne Verdienstzeichen der Republik Österreich erhielt Hannelore Mariner. LRin Dr. Elisabeth Zanon-zur Nedden überreichte ihr – im Namen des Bundespräsidenten - die Auszeichnung für ihre Verdienste als Naturbahnrodlerin und langjährige Sportfunktionärin. Ihre sportlichen Erfolge: Tiroler Meisterin auf Naturbahn 1967 und 1970, auf Kunstbahn 1967 und 1968, Staatsmeisterin 1967 und 1970, Europameisterin auf Naturbahn 1970. 15 Jahre war sie als Schriftführerin in der Sportunion Inzing aktiv, seit 1983 auch im Präsidium des Tiroler Rodelverbandes. Seit 1999 ist sie Referentin für Rodeln in der Sportunion Tirol.

Das diözesane Ehrenzeichen in Silber verlieh Bischof Alois Kothgasser als Dank für Verdienste um Glaube und Heimat an Christine Scharmer, für ihr Engagement in der Pfarre Inzing von Jugend an und für ihre Tätigkeit in mehreren Arbeitskreisen der Pfarre.

Aldo Sohm ging als Sieger aus der „Trophée Ruinart 2002“ hervor, einem hochkarätigen Sommelierwettbewerb, der zugleich als Staatsmeisterschaft in dieser Zunft angerechnet wird. Der seit ca. 10 Jahren in Inzing lebende Sommelier am Meilerhof in Reith bei Seefeld bewies damit nicht nur seine außerordentliche Expertise in der Kenntnis über Herkunft und Sorte verschiedener Weine und deren richtige Lagerung. Ein Spitzensommelier muss auch über andere Getränke wie Schnäpse, Liköre, Softgetränke und Biere Bescheid wissen. Auch die Beratung zur optimalen Speisen – Getränke – Zusammenstellung gehört zu seinen Aufgaben.

Mit dem Erreichen des Staatsmeistertitels qualifizierte sich Aldo Sohm auch für die Europameisterschaft in Reims/Frankreich vom 14. bis 16. Juni, wo er gegen 32 Konkurrenten antreten musste. Dort erreichte er (inoffiziell) einen Platz unter den ersten 10 (nur die ersten drei werden offiziell bekanntgegeben). Nach einer kurzen Verschnaufpause beginnt er schon bald mit den Vorbereitungen für den nationalen Qualifikationswettkampf zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Geht er auch bei diesem Bewerb im Herbst als Sieger hervor, wird er Österreich im September 2003 bei der WM in Las Vegas vertreten. Wir drücken jedenfalls ganz fest die Daumen.

Die DZ gratuliert allen „ausgezeichneten“ InzingerInnen herzlich.

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Willkommen im Land der Zimbern!

(geo) Im Mai vergangenen Jahres war die Kleinschule aus Lusern zu Besuch in Inzing - wir haben in der Dorfzeitung darüber berichtet.

Begonnen hat alles mit einer Brieffreundschaft der Inzinger und Luserner Schulkinder, die auf Initiative der Volksschullehrer Christine Spielmann und Günter Sailer zustandekam.

Die Inzinger Kinder im Ortszentrum von Lusern


Kurz noch einmal ein paar Stichworte zur Ortschaft Lusern:

Lusern ist die südlichste der deutschen Sprachinseln in Oberitalien und liegt in der Provinz Trentino-Südtirol (von der Stadt Trient ca. 45 km entfernt).

Das Dorf mit rund 250 ständigen EinwohnerInnen liegt auf einer Hochebene in ca. 1300 m Seehöhe. Gegründet wurde die Siedlung im frühen 13. Jahrhundert. Seit 1780 ist Lusern eine eigene Gemeinde. Lusern war immer wieder Opfer geschichtlicher Ereignisse, so begann die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Österreich-Ungarn und Italien im Ersten Weltkrieg mit dem Beschuss der Festung Lusern, wobei das naheliegende Dorf zerstört wurde.

Der Wiederaufbau war sehr mühsam, das Dorf kämpft auch heute noch um das wirtschaftliche Überleben - es sollen junge Familien im Ort gehalten werden, der Tourismus soll angekurbelt werden, das Dorf soll verkehrsmäßig schneller erreichbar sowie Betriebe angesiedelt werden.

Gesprochen wird in Lusern deutsch, italienisch und zimbrisch (=mittelalterliche

bayerische Mundart). Viele Ausdrücke sind unserem Dialekt verwandt und gut verständlich. Zimbrisch wird noch in der Schule unterrichtet.

Unterstützen wir die Luserner in ihren Bemühungen um Freundschaft zu unserem Dorf:

Sie freuen sich über Gäste aus Inzing, Kontakte sind erwünscht.

Machen Sie einen Ausflug ins Trentino und besuchen Sie Lusern!


Zu Besuch

Die 4b Klasse der Volksschule unternahm vom 18.4. bis 19.4. 2002 eine Fahrt

nach Lusern, der Zimbrischen Sprachinsel im Trentino.

Zweck der Reise war ein Besuch unserer Partnerschule in Lusern.

Kurz ein Bericht über den Verlauf unserer Reise:

Donnerstag, 18.4., 8 Uhr: Abfahrt

ca.12 Uhr: Ankunft in Lusern, grandioser Empfang durch Schüler,

Lehrer, Eltern, Gemeinderat ... am Dorfplatz

Besichtigung der Schule

Mittagessen im Hotel Lusernarhof

Einteilung der Zimmer

ca. 14.30 Besichtigung des Heimatmuseums „Haus von Prükk“ und

des Dokumentationszentrums von Lusern

Anschließend unternahmen wir eine kleine Wanderung durch das

Dorf und die Umgebung, ein Teil der Inzinger Buben spielten mit

Luserner Kindern Fußball.

Abendessen im Lusernarhof

Freitag, 19.4., 9 Uhr Treffen in der Schule von Lusern

Direktor Neurauter und die Lehrpersonen aus Inzing und Lusern pflanzten im Hof der Schule gemeinsam ein junges Lindenbäumchen als „Gruß von der Friedrichslinde“. Die Linde stellte der Vater von

Daniel, Heinz Gassler kostenlos zur Verfügung.

Gemeinsames Singen in der Schule

Lusern-Ralley (eine Schnitzeljagd durchs Dorf)

Festliches Mittagessen mit dem Bürgermeister, einigen Gemeindräten, der Direktorin des Schulsprengels, Lehrerinnen und einigen Eltern aus Lusern,

Austausch von Geschenken, Verabschiedung, Rückreise

Günter Sailer

Christine Spielmann

Dir. Richard Neurauter



Gefördert wurde die Fahrt nach Lusern vom Land Tirol, Abteilung Südtirol / Trentino

und von der Tiroler Sparkasse.

v. li.: Christine Spielmann, Günter Sailer, Nadja Mosna, Ivana Stolf Fotos: VS Inzing/GO

Wir haben für die LeserInnen der Dorfzeitung den Ablauf der Fahrt nach Lusern noch einmal aus der Sicht der Kinder durch Auszüge aus ihren Schulaufsätzen zusammengestellt:

Am Donnerstag, dem 18.4.2002, fuhr unsere Klasse nach Lusern in Italien. Dort besuchten wir unsere Brieffreunde in der Schule und dort übernachteten wir vom 18.4. bis zum 19.4.
Patrick

Um acht Uhr fuhren wir ab. Wir fuhren über drei Stunden. Die Kinder in Lusern froren sich die Finger ab, weil wir zu spät kamen.
Bernhard

Am Donnerstag brachte mich mein Vater pünktlich um 7 Uhr 45 mit dem Traktor zum Schwimmbad. Auf dem Hänger hatten wir ein kleines Lindenbäumchen geladen. Wir luden den Baum in den Bus. Wegen einer Umleitung ist es sehr kurvig gewesen. Uns war übel. Nach fast vier Stunden Fahrt kamen wir in Lusern an. Dort wurden wir auf dem Dorfplatz wie ein Staatsbesuch empfangen.
Daniel

Die Kinder und die Lehrerinnen erwarteten uns in Lusern. Als wir ausgestiegen waren, rollten die Kinder aus Lusern ein drei Meter langes Plakat aus. Die Aufschrift lautete: „Willkommen im Land der Zimbern!“
Lisa

Anschließend sahen wir uns die Schule an. Um 12 Uhr gingen wir ins Hotel Lusernarhof und aßen das Mittagessen. Es gab leckere Tomatennudeln, Schnitzel mit Pommes frites und einen köstlichen Pudding.
Daniela

Als alle gegessen hatten, wurden die Zimmer eingeteilt. Belinda, Siegfriede und ich kamen ins Zimmer Nummer 11. Belinda und ich packten gemütlich aus.
Lisa

Nach der Mittagspause schauten wir – in zwei Gruppen aufgeteilt – das Dokumentationszentrum und das Haus von Prükk an.
Christoph

Im Haus von Prükk gefiel mir die Küche mit der offenen Feuerstelle am besten. Es war ein sehr altes Steinhaus und es befand sich ein Klavier in einem Zimmer. Im Dokumentationszentrum gefielen mir die ausgestopften Tiere (Fuchs, Marder und Vögel) am besten. Es befanden sich dort auch Gegenstände vom 1. Weltkrieg ( [z.B.] Handgranaten und Feldflaschen), die mir auch gut gefallen haben.
Lisa

Das Haus von Prükk haben wir leider nicht fertig ansehen können, weil unser [Museums]Führer zu einem Feuerwehreinsatz musste.
Daniel

Wir gingen alle raus und er sperrte das alte Haus zu und lief davon. Danach spielten wir Fußball.
David

Auf einmal erfuhren wir, dass in der Nähe unseres Hotels aus einem Tankwagen

Gas ausgetreten war.
Daniela

Dann kam die Meldung, dass die Feuerwehr alles abgesperrt hat, da Explosionsgefahr besteht. So konnten wir noch nicht in unser Hotel zurück. Der Herr Bürgermeister lud uns deshalb in ein Cafe ein.
Belinda

Um 19 Uhr durften wir wieder ins Hotel. Es gab gleich das Abendessen. Nach dem Essen mussten wir auf unsere Zimmer. Wir durften vor dem Schlafen noch ein bisschen spielen.
Daniel

Am Freitag gingen wir nach dem Frühstück in die Schule. Dort sangen Mirko, Devid, Moreno, Sara und Giulia Lieder. Wir sangen „Halt das Känguru fest“.
Christoph

Auf dem Spielplatz pflanzten wir dann den Baum ein.
Julia

Danach kam das Schatzsuchspiel. Wir konnten unsere Fragen nicht alle beantworten.
Daniel

Nach der Lusern-Ralley bekam jedes Kind ein Überraschungsei. Danach gab es das Mittagessen.
Julia

Diesmal gab es zwei Vorspeisen, eine Hauptspeise und ein Dessert. Gleich nach dem Essen bekam jedes Kind ein Geschenk. Unsere Klasse überreichte dem Bürgermeister ein Bild mit dem Inzinger Wappen.
Daniela

Danach verabschiedeten wir uns noch. Als wir abgefahren waren, machten wir es uns im Bus gemütlich. Nach einer langen Fahrt kamen wir in Inzing an. Zu Hause erzählte ich vom tollen Ausflug nach Lusern.
Lisa

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JUGENDHEIM INZING

Jugendheim goes Altersheim!

Einer unserer nächsten Nachbarn - das Altersheim

„Jenes, alle unsere Konzerte trotz lauter Musik toleriert und akzeptiert, dass die Jugend von heute doch etwas anders ist als früher.“ (Matthias Neuner) JEDOCH – Wie sieht der Alltag im Altersheim aus? Mit welchen Mitteln werden die Kosten gedeckt? Was passiert im Jugendheim? Wer sind die Jugendlichen im Jugendheim? All diese Fragen blieben bis jetzt unbeantwortet. Grund genug, uns bei den BewohnerInnen vorzustellen und einen Besuch im Altersheim abzuhalten.

Bereits am Freitag, den 10. Mai, gestalteten drei Mädls vom Jugendheim (Theresa Walch, Maria Haslwanter und Tanja Kluckner) das Blumenbeet im Garten des Altersheims. Mit Fachwissen aus der Bundeslehranstalt für Land- u. Ernährungswirtschaft in Kematen wurden Knollen und Setzlinge gepflanzt. In Zukunft werden frische Schnittblumen aus dem eigenen Garten die Tische im Altersheim schmücken.

Matthias, Marcos, Nadja und Tanja zeigen sich begeistert vom Altersheim

Am Mittwoch, den 15. Mai, folgte der Besuch

Eine kleine Abordnung des Jugendheims besichtigte das Heim. Die Leiterin, Frau Haider, ließ keine Fragen der Kids unbeantwortet. Freundlichst wurden wir mit Getränken und kleinen Imbissen bewirtet. Eine fünfköpfige Musikgruppe sorgte für musikalische Unterhaltung. Zum Dank für die gute Nachbarschaft überreichten Tanja und Nadja ein selbstgemaltes Bild, das sogleich einen würdevollen Platz im Speisesaal erhielt. Herzlichen Dank an Frau Haider, die den Besuch ermöglichte. Jetzt schon freuen wir uns auf einen Gegenbesuch im Jugendheim, der noch diesen Sommer stattfinden wird.


Rückblick

Grundlagen in Erster Hilfe

Am 20. April war Dr. David Beiler zu Gast im Jugendheim und referierte über die Grundlagen der Ersten Hilfe. Mit Beispielen aus seinen Einsätzen als Notarzt bei der Flugrettung weckte er vor allem bei den jüngeren BesucherInnen das Interesse für die Grundkenntnisse in Erster Hilfe und das Bewusstsein für deren Wichtigkeit.

We will rock you!

Nicht weniger professionell verlief das Konzert der Inzinger Band Coal Town, am 27. 04. Mittels imposanter Videoprojektion wurden die Bandmitglieder vorgestellt.

In kürzester Zeit wurde die Halle des Jugendheims in einen Rockkeller verwandelt. Mit vorwiegend Songs der irischen Kultband U2 begeisterten sie zirka 200 BesucherInnen jeder Altersstufe.

„Die Band heizte den Anwesenden ordentlich ein und die Stimmung war topp.“ – sind sich die Jugendlichen einig.

News

Tanja Wanner, Nadja Walch, Alexander Pittl (Alex), Matthias Neuner (Matti), David Gastl (Dave), Marcos Pisch (Spanier): Wir sind das seit Mitte März bestehende Jugendteam. Gemeinsam mit den Jugendbetreuern bemühen wir uns um die Anliegen und Wünsche der Jugendlichen. Die Anliegen werden bei monatlichen Treffen besprochen, diskutiert und in der Vorstandssitzung eingebracht. Zum Beispiel konnte der Wunsch, Eistee im Jugendheim zu verkaufen, erfüllt werden. Neue Hausregeln und Rauchverbot in der Küche wurden eingeführt. Zudem haben wir bereits bei einigen Veranstaltungen mitgewirkt.

jugendheim@inzing.com

Die Jugendheimleiterin

Martina Dorner

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Was mich bewegt!

Ich bin bei weitem nicht der älteste Inzinger. Es wären daher andere dazu aufgerufen, über die Zeiten vorher und über die Vor- und Nachteile gegenüber der Gegenwart zu berichten.

Wenn ich das tue, so nicht deshalb, weil ich mir so immens gescheit vorkomme. Nein das bestimmt nicht. Sondern weil ich mich getraue, wohl wissend, wie problematisch es ist, frühere Zeiten unter anderen politischen Konstellationen für gut zu bezeichnen. Die Zwischenkriegszeit, also die Jahre ab 1930 bis zum Anschluss Österreichs an Deutschland, war wirtschaftlich die schlimmste Periode, die ich erlebt habe. Alles verlief schwierig, jedoch in festgelegten Bahnen. Die Grenzen waren genau abgesteckt. Von Ausnahmen abgesehen hatten wir Jugendlichen alle gleich viel, nämlich nichts. Und dennoch, wir waren zufrieden. Mussten es auch sein. Kriminalität im heutigen Ausmaß gab es nicht. Man konnte als Frau bei Nacht und Nebel durch den Wald gehen und es ist einem nichts passiert. Geiselnahme, Banküberfall diese Begriffe waren uns fremd. Inzing war klein. Fast nur bäuerliche Anwesen. Kein Radio. Fernsehen? Dieses Wort wurde erst viel später erfunden.

Ruhig, verträumt. Kein Fremdenverkehr. Die einzigen Fremden waren die „Hondeler“. Also Bettler, hauptsächlich aus Ostösterreich. Wir hatten im Dorf zwei Akademiker, den Dr. Alois Hirschberger, Arzt, Großvater des heutigen Doktors und den schon in die Jahre gekommenen Pfarrer Jakob Schreyer, genannt der „Joggl“. Dann waren da noch der Schulleiter, Franz Pisch, mit seinen beiden Lehrerinnen, zwei Klosterschwestern. Das waren Persönlichkeiten, zu denen man aufschaute. Vorbilder! Keiner von uns Schülern hätte sich getraut, sich denen zu widersetzen. Ihr Wort war uns Gebot. Ich war nicht gerade der Bravste und schon gar nicht der Beste. Einige Male bin ich vom Pisch gezüchtigt worden, im Vogelzimmer. Und es hat mir gut getan. Zu Hause habe ich natürlich geschwiegen, ansonsten hätte es nochmals was abgegeben. Ich glaube, diese Einstellung zur Schule und zur Gesellschaft überhaupt war auch unmittelbar nach Kriegsende noch vorhanden.

Heute aber gibt es diese Art des Unterrichtens, nach dem Sprichwort: „Wer nicht hören will muss fühlen!“ nicht mehr. Zu Recht! Hin und wieder aber leider! Denn wo sind die Autoritätspersonen? Sind es die Lehrpersonen noch? Eine belgische Zeitung schreibt „Es müssen bessere Schulen her.“ Eine andere spricht von der Hilflosigkeit der Lehrer. Kann ich verstehen. Die immer wieder wechselnden politischen Umstände raten davon ab, dass sich Lehrer allzusehr artikulieren. Die Schüler spüren, dass den Unterrichtenden das Erzieherische aus der Hand genommen wurde und sie verlieren dadurch den Respekt. Auch bei uns sind schon Lehrpersonen auf der Strecke geblieben.

Und Jenbach, das Anzünden eines Mitschülers, ist ja auch keine Kleinigkeit. Reifen dererlei Sachen in den Gehirnen der Schüler, weil diese sich am stärkeren Ast wähnen? „Was will er denn, der Lehrer? Ihm sind die Hände gebunden.“ Er kann es weitermelden an die nächste Instanz. Das ist der Direktor. Und dann geht es den Dienstweg hinauf. Bezirksschulinspektor, Landesschulinspektor und letztlich das Ministerium. All diese Stellen wissen ob der Problematik, sind aber - so glaube - ich politisch eingebremst. Welches Wort hat in der Schule mehr Gewicht: das des Direktors, das des Schulsprechers oder das der Elternvereinigung? Leider ist bei uns die Erkenntnis da, dass man der Entwicklung der Jugend freien Lauf lassen muss und es falsch wäre, lenkend einzugreifen. Freiheit für alles und für jeden. Ich kann mir vorstellen, dass so mancher Lehrer vor den Schülern mehr Respekt hat, als umgekehrt. Ja, dass sogar beim einen oder anderen Pädagogen die Angst mit unterrichtet. Die Folge ist, dass der Ton rauer wird. Gelderpressungen von Schülern an Schülern sind keine Einzelfälle. Wird wirklich einmal eine Entscheidung gegen den Übeltäter getroffen, ist selten mit einer Besserung zu rechnen. Rutscht einem Lehrer gar die Hand aus – das ist die große Seltenheit – dann kann man in der Presse von einem „prügelnden Lehrer“ lesen. Wie lange er provoziert wurde, bis die Nerven mit ihm durchgegangen sind, das wird nicht mitgeteilt. Und warum hat er das wohl getan? Weil er Interesse am Fortkommen des Schülers hatte. Weil er ihn nicht ausgrenzen wollte! Und irgendwann tut sich zwischen Schüler und Lehrpersonen eine Kluft auf. Es kommt zur Eskalation. Die Lernenden kommen mit Waffen in die Schule. Zu unserer Zeit undenkbar. Wenn jetzt diese Erziehung der Jugend richtig ist, dann sind wir falsch erzogen worden! Wer ist an diesem Dilemma schuld? Der Schüler? Der Lehrer, die Eltern, die Behörde? Fest steht: die Erziehungsberechtigten, also die Eltern müssen mit der Erziehung beginnen. Die Schule kann nur auf jenem Grundstock aufbauen, den die Kinder mitbringen. Und der Staat, hat er der Jugend zuviel Freiheit gegeben? Vielleicht!? Aber etwas glaube ich, hat er ihr genommen. Nämlich das unbeschwerte Jungsein. Und sie hat keine Vorbilder mehr, an denen sie sich aufrichten kann.

Solange man bei uns akribisch sucht, wie man Persönlichkeiten ohne Rücksicht auf Rang und Namen öffentlich fertig machen kann, wohin soll da der junge Mensch aufblicken? Jeder von uns hat seine Schwächen, sogar der Herrgott. Ansonsten hätte er den Menschen nicht erschaffen dürfen. Er hätte es bei den Tieren belassen müssen. Dann wäre die Welt friedlich. Und aus dem Ganzen resultiert Erfurt. Der negative Höhepunkt! Der vorläufige, wage ich zu sagen. Die Jugend, pauschal gesehen trägt nicht die Schuld. Zuviel Ungünstiges prasselt auf sie ein. Allein die Veherrlichung der Waffengewalt im Fernsehen! Die Computerspiele! Wie aber sollen Eltern einem Vierzehnjährigen das Fernsehen verbieten? Geht doch nicht. Also müsste doch der Staat regulierend eingreifen. Wer in Österreich – zu wenig- wer in Europa hat die Kraft und den Mut, gegen die Film- und Computerindustrie, gegen Internet vorzugehen? Politiker haben in den Trauerkundgebungen den Konjunktiv ausgeschlachtet bis zum „Geht nicht mehr.“ „Es muss getrachtet werden.“ „Es müsste geschehen.“ „Es wäre angebracht.“ u.s.w. Haben sie die Möglichkeitsform deshalb gewählt, weil es ihnen an Durchsetzungsvermögen fehlt? Eines aber steht fest. Die Politik ist wachgerüttelt. Die Tränen mit dem Werbeslogan zu trocknen „Oh it’s a feh“ ist zu wenig. Der Wille, etwas zu verändern ist da. Kosmetik, mehr wird wohl kaum möglich sein. So werden jetzt Seminare für die Pädagogen eingerichtet unter dem Titel: „Wie gehe ich mit Konflikten um?“ Falsch!! Das ist die Behandlung der Symptome. Der Titel müsste lauten: „Was hat zu geschehen, damit es erst gar nicht zu Konflikten kommt!“ Ja, dies alles ist wirklich sehr sehr schwierig. Ich beneide die Politiker nicht. Überall sind sie gefragt. Heute in einem Trauerfall, morgen beim Kongress der Homosexuellen, und am Wochenende bei einem Zeltfest Bier anzapfen.

Nun aber doch zur Frage, wie man künftig ein Erfurt verhindern könnte?! Der Staat müsste die Jugend politisch aus dem Spiel lassen. Es muss einmal klar ausgedrückt werden, dass Freiheiten und Rechte der Kinder nicht in’s Unendliche gehen. Auch Kindern sind von der Natur aus Pflichten auferlegt. Zum Beispiel die Pflicht, sich an den Eltern zu orientieren. Anders gesagt: Zu folgen!

Nicht Ethikunterricht sondern – man möge mich steinigen – die Religionen etwas mehr zu Wort kommen lassen. Unser Gott war ganz bestimmt nicht allwissend. Ansonsten hätte er bei der Übergabe der zehn Gebote an Moses das vierte anders formuliert. „Du sollst Vater und Mutter über den Muttertag hinaus ehren“ ... u.s.w. Und nachdem die Eltern die Pflicht haben, ihre Kinder gut zu erziehen, müsste ihnen auch das Recht zugestanden werden, in ganz seltenen Fällen, wo eben alles Zureden nichts hilft, sehr frühzeitig den Hosenboden des Sprößlings als praktisches Unterrichtsfach zu verwenden. Das bringt Wunder. Damit ich nicht missverstanden werde, unter dem Sammelbegriff Jugend habe ich nicht jene 99 Prozent gemeint, die sich ordentlich durch die Welt bewegen, sondern nur jene kleine Schar von Unbelehrbaren, die es immer schon gegeben hat, deren Aktionsradius aber zu unserer Zeit sehr eng gehalten wurde. Ändern kann ich am Bestehenden nichts. Sollte die Allgemeinheit das jetzige Erziehungsmodell für richtig halten, ich nehme das widerspruchslos zur Kenntnis. Ich weiß, mit diesem Beitrag wirble ich viel Staub auf.

Lieber Leser! Nimm den Kastler Pepi nicht zu sehr ernst. Er redet nur. Ob er das alles in die Tat umzusetzen in der Lage wäre? Ich glaube kaum. Auch er würde scheitern, wenn es darum ginge, diese aggressiven Computerspiele aus den Regalen zu nehmen. Es ist nicht leicht, gegen weltweite Wirtschaftsinteressen anzukämpfen. Und weil ich das weiß, mache ich mir schon Sorgen um die Jugend. Wird die kommende Generation diese heile Welt vorfinden, die die Mächtigen unseres Erdballes immer wieder versprechen?

Herzlich!

Pepi Schärmer (Kastler)

Siehe dazu auch den Kommentar im Editorial

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