Die
wichtigsten Ergebnisse der Haushaltsbefragung
Teil 1 von 2
Das
Stimmungsbild in der Inzinger Bevölkerung und bei den Inzinger
Unternehmern ist überwiegend positiv. Die InzingerInnen leben sehr
gerne im Ort und schätzen die hohe Lebensqualität. Sie kritisieren zum
Teil die Verkehrssituation, die Inzinger Gastronomiebetriebe und den
politischen Führungsstil der Verantwortlichen.
Ø
Untersuchungsgegenstand und
Grundgesamtheit dieser Befragung sind alle Haushalte in Inzing. Zur Zeit
sind genau 1.059 Haushalte (Altersheim wird mit einem Haushalt gezählt)
mit insgesamt 3.130 Personen mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde
registriert(6). Das entspricht einem Durchschnittswert von 3
Personen/HH.
Ø
Fast jeder zweite Haushalt in Inzing hat
Kinder unter 15 Jahren. Der Anteil der unter 15-jährigen beträgt in
Inzing 21 Prozent (Stand 25.6.1999) und liegt damit deutlich über dem
tirolweiten Durchschnitt (19,3%)(7) und sehr deutlich über
dem Schnitt von Innsbruck (13,9%)
Ø
Inzing hat einen hohen Mobilitätsgrad. Es
gibt mehr Haushalte mit zumindest einem Auto (89%), als Haushalte mit
zumindest einem Fahrrad (74%) in Inzing. Durchschnittlich gibt es 1,3
PKW pro Haushalt und 2,5 Fahrräder pro Haushalt.
Ø
In 97 Prozent aller Haushalte steht für
den Weg zum Einkaufen zumindest zeitweise ein Auto zur Verfügung
bei 73 Prozent uneingeschränkt.
Ø
Ein hoher Wert von 29 Prozent der Inzinger
Haushalte sind auf eine funktionierende Nahversorgungsstruktur
angewiesen (nicht mobil, oder Mütter mit Kindern, etc.).

Ø
Die InzingerInnen sind mit der
Lebensqualität in ihrem Ort sehr zufrieden. 95 Prozent meinen, daß die
Lebensqualität gut ist und daß sie nicht woanders leben möchten. 36
Prozent davon empfinden die Lebensqualität sogar als ausgezeichnet.

Ø
Bei den Aussagen zu diesen Themen gehen
die Meinungen der Alteingesessenen und der neu Zugezogenen zum Teil
schon relativ weit auseinander. Daß neu Zugezogene in der
Dorfgemeinschaft leicht und schnell Anschluß finden, denken mit überwiegender
Mehrheit die Alteingesessenen. Hier ist wahrscheinlich ein kausaler
Zusammenhang mit der Information über die Ereignisse im Dorf zu sehen.
Während jeder Dritte der Alteingesessenen seiner Meinung nach gut
informiert ist, sind es aber nur 16 Prozent (jeder sechste) der neu
Zugezogenen.
Ø
Bei jenen Inzingern, die am Vereinsleben
teilnehmen, ist der Anteil der Alteingesessenen fast doppelt so hoch wie
der Anteil der neu Zugezogenen. Bei diesem Merkmal ist auch ein
signifikanter Unterschied zwischen den Geschlechtern festzustellen. Die
Männer sind mit 36 Prozent Anteil häufiger vertreten als die Frauen
mit 27 Prozent.

Ø
Es herrscht offensichtlich ein großes
Bewußtsein für die Problematik rund um eine funktionierende
Nahversorgung. Die Einwohner Inzings sind sich praktisch geschlossen
darin einig (95%), daß eine gesicherte Nahversorgung im Ort für alle
außerordentlich wichtig ist. Aber nur jeder Zweite verbindet ein
breitgefächertes Angebot an Betrieben im Ort als wichtigen Bestandteil
für die eigene Lebensqualität.
Ø
Lebensqualität wird scheinbar nicht
direkt mit einer funktionierenden Nahversorgungsstruktur verbunden. Hier
zeigt sich ein wichtiger Ansatzpunkt, um auch die Bedeutung der
Nahversorgung für die Lebensqualität in das Bewußtsein der Bevölkerung
zu bringen.
Ø
Inzing ist auch aus Sicht jedes zweiten
Befragten ein guter Betriebsstandort und sie ziehen es auch vor,
Bestellungen bei den heimischen Betrieben in Auftrag zu geben.
Ø
Die Einwohner sind sich überwiegend (75%)
auch dessen bewußt, daß Nahversorgungsbetriebe nur existieren können,
wenn auch im Ort eingekauft wird. Die Auswertung der weiteren Fragen zum
Thema Nahversorgung und Kaufkraftabfluß wird zeigen, ob die
InzingerInnen nicht nur diese Meinung vertreten, sondern ob sie auch
nach ihren Einschätzungen handeln.
Ø
Die Einwohner von Inzing stellen der
Gemeindeführung ein sehr gutes Zeugnis in ihrem Bemühen um
Gewerbebetriebe aus. Jeder Zweite ist der Meinung, daß sich Inzing
ernsthaft um Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe bemüht. Tatsächlich
bietet die Wirtschaftsstruktur in Inzing mit 117 Betrieben und ca. 860
Beschäftigten ein erfreuliches Bild
Ø
Wesentlich schlechter steht es mit dem
politischen Verhalten den Bürgern gegenüber. Nur jeder Zehnte ist zur
Zeit der Meinung, daß politische Versprechen eingehalten werden und daß
die Bürger in Entscheidungen eingebunden werden. Aber immerhin jeder
Dritte Inzinger ist der Meinung, daß die Politiker auch an die
Lebensqualität in 15 Jahren, also langfristig über die
Gemeinderatsperiode hinaus, denken. Gerade im aktuellen Projekt liegt
nun eine große Chance, die Inzinger und Inzingerinnen vom Gegenteil zu
überzeugen. In diesem ganzheitlichen Planungsprozeß sind die
Verantwortlichen auf die Mitarbeit der Bürger angewiesen. Hier werden
die Bewohner die Gelegenheit bekommen, sich aktiv an der künftigen
Gemeindeentwicklung zu beteiligen und eine Erfolgskontrolle der
initiierten Maßnahmen durchzuführen.
Ø
Jeder zehnte Inzinger empfindet die
Verkehrsbelastung im Ort unerträglich, weil die allgemeine
Fahrgeschwindigkeit im Ort zu hoch ist und zu viel Schwerverkehr als
Transit durch die Hauptstraße fährt.
Ø
Aus den genannten Gründen empfindet jeder
Vierte die Verkehrssicherheit für Fußgänger, Fahrradfahrer und Kinder
im Ort als nicht gegeben. Häufig werden auch die fehlenden oder zu
schmalen Gehsteige kritisiert.
Ø
27 Prozent aller Befragten finden, daß
die Maßnahmen der Gemeinde zur Verkehrssicherheit nicht ausreichend
sind.
Fast ein Viertel aller
Befragten ist mit der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer im Ort
nicht zufrieden. Überwiegend werden die zu schmalen oder überhaupt
fehlenden Gehwege und Radfahrwege kritisiert. Für Radfahrer gibt es im
Ortsgebiet praktisch überhaupt keine Einrichtungen, weder für den
fahrenden, noch für den ruhenden Radverkehr. Vor öffentlichen
Einrichtungen wie Gemeinde, Schule, Sport- u. Spielplätze und
Schwimmbad gibt es entweder gar keine Fahrradständer oder nur die alten
Modelle, die eher als Felgenkiller bezeichnet werden können und für
das Sichern der Fahrräder nicht geeignet sind. Positiv beispielhaft ist
die Ausführung des Fahrradabstellplatzes und der Fahrradständer am
Bahnhof, die von der ÖBB aufgestellt wurden.
Ein bedeutendes Problem sind
die fehlenden oder zu schmalen Gehwege, bei gleichzeitiger
Geschwindigkeitsüberschreitung der Autofahrer im Ortsgebiet. Vor allem
am Angerweg sind die Fußgänger und Radfahrer im Bereich der unglücklichen
Ohrwaschl-Einengung immer wieder von Autos und Lkw´s gefährdet,
die über die abgeschrägten Gehsteigkanten auf den Gehsteig ausweichen.
Hier muß dringend eine vernünftige
und effektive Lösung zur Verkehrsberuhigung gefunden werden.
Weitere Aussagen der
Befragten zu diesem Problem:
... für Radfahrer zu wenig
Platz
... Gehsteige zu schmal und
oft verparkt (bei Raiffeisenbank, Tabak Trafik, Bäcker)
... Autos fahren bei
Engstellen immer wieder auf Gehsteig
... Gehsteige für
Kinderwagen teilweise zu eng
...
zu wenig Zebrastreifen (z.B. Übergang der Salzstraße beim Tennisplatz
bzw. Würstelstand ist wegen der Straßenkrümmung aus Fahrtrichtung
Hatting sehr gefährlich)
...
Autofahrer beschleunigen bei Einengungen (Ohrwaschln) am Angerweg
anstatt zu bremsen
... Tempolimits werden nicht
eingehalten, es fehlt die Kontrolle
... Haupt- und Salzstraße für
Radfahrer zu gefährlich

Schon alleine die Tatsache,
daß praktisch doppelt so viele positive wie negative Aussagen angeführt
wurden, spiegelt ein überwiegend zufriedenes Stimmungsbild der
Einwohner von Inzing wider. Besonders zufrieden sind sehr viele
InzingerInnen mit dem neuen Gemeindebau und sie honorieren auch den
sorgsamen Umgang der Verantwortlichen mit der alten Bausubstanz.
Bemerkenswert ist besonders, daß nicht nur architektonische Aspekte,
sondern auch soziale Merkmale erwähnt wurden. Die positiven
menschlichen Kontakte und der Zusammenhalt in der Not wurde als positive
Eigenschaften angeführt, ohne direkt danach gefragt zu haben. Es ist in
der Vergangenheit leider vorgekommen, daß einige junge Inzinger
Familien durch das plötzliche Ableben der Väter in finanzielle Not
geraten sind. Der Spendenaufruf des Bürgermeisters und die Bitte diesen
Familien zu helfen war erfolgreich und hat anscheinend in der Gemeinde
das Gefühl vermittelt, daß man in Inzing mit den wirklichen Sorgen
nicht alleine gelassen wird.
Es werden also nicht nur
bauliche und infrastrukturelle Einrichtungen, sondern auch soziale und
zwischenmenschliche Aspekte in den Antworten berücksichtigt.
Obwohl die positiven
Aussagen überwiegen, dürfen die Bemerkungen zu dringend notwendigen Änderungen
und negativen Kritiken nicht unterbewertet werden. Von den 218 angeführten
Kritikpunkten überwiegen die Bemerkungen über die Verkehrssituation in
der Gemeinde. Dabei wurden konkret die unglücklichen Straßenverengungen
am Angerweg, der Lkw-Durchzugsverkehr, die fehlende Sicherheit für Schüler
und die Engstellen an der Dorfplatzkreuzung genannt. Gerade die Straßenverengungen
(Ohrwaschln) am Angerweg provozieren zum Teil gefährliche Situationen,
da ortsunkundige Autofahrer von diesen Hindernissen überrascht werden,
ortskundige Autofahrer oft noch beschleunigen um nicht abbremsen zu müssen
und Autofahrer zum Teil auf den Gehsteig ausweichen. Diese Form von
baulicher Verkehrsberuhigungsmaßnahme ist in seinen Auswirkungen
kontraproduktiv und sollte dringend beseitigt oder durch alternative Maßnahmen
ersetzt werden.
Weiters wurde der Zustand
und die Optik der Reststoff-Entsorgungsinseln zum Teil massiv
kritisiert.