Sie sind deshalb darauf angewiesen, weil es sich überwiegend um
Personen handelt, die nicht mobil sind bzw. nur selten einen Pkw für
ihre Einkaufsfahrten zur Verfügung haben oder weil es sich dabei um Mütter
mit mehreren Kindern handelt, die nicht wegen jeder kleinen Besorgung
nach Innsbruck oder in ein Einkaufszentrum fahren können.

Ø
96 Prozent der Haushalte kaufen gerne in
Inzinger Betrieben, allerdings überwiegend kleinere Einkäufe. Die Großeinkäufe
werden hauptsächlich bei den großflächigen Anbietern in den
Einkaufszentren oder Innsbruck getätigt.
Ø
Die durchschnittlichen Ausgaben pro
Haushalt in Inzing für Nahversorgungsprodukte betragen ca. ATS 6.375,-
pro Monat, das entspricht einem Volumen von ca. ATS 6,75 Mio. pro Monat
für Produkte der Nahversorgung.
Ø
67
Prozent dieser Ausgaben bleiben im Ort, 19
Prozent fließen nach Innsbruck, der Rest nach Völs, Telfs und Zirl.
Ø
Dieser Wert von 67 Prozent ist für eine ländliche
Gemeinde extrem hoch. Die Kaufkraftbindung im Ort ist erfreulich gut.
Zahlreiche Studien(10)
und Beobachtungen in der heimischen Handelslandschaft belegen eine
Entwicklung, die durch einen massiven Zuwachs des Flächenangebotes und
eine starke räumliche Konzentration der Standorte in zentralen Lagen
und Einkaufszentren geprägt ist. Der Einzelhandel zieht sich aus
Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte zurück. Als Folge davon
werden Ortskerne entleert, es gehen Arbeitsplätze verloren, nicht nur
die Einkaufswege werden verlängert, sondern auch die Zahl der
Berufspendler steigt von der Peripherie in die Zentren. Nicht oder nur
eingeschränkt mobile Haushalte stehen schon in vielen Ortschaften
Tirols vor massiven Versorgungsproblemen. Von den 279 Tiroler Gemeinden
sind derzeit bereits 31 ohne Nahversorger(11). Allerdings
sind die meisten dieser Gemeinden durch eine geringe Siedlungsdichte,
geringe Einwohnerzahl, geringer Tourismus und meist durch
Streusiedlungen in peripherer Lage gekennzeichnet.
Für Inzing treffen diese
Attribute nicht zu. Die Gemeinde nimmt in der Region Innsbruck West bzw.
Salzstraße die Funktion eines Subzentrums ein und hat nicht nur
attraktive Lebensmittehändler, sondern auch noch andere sehr gute
Nahversorgungsbetriebe. Dennoch muß auch hier die Sicherung der
Nahversorgung als ein Thema mit höchster Aktualität behandelt werden,
denn Versäumnisse können sich fatal auswirken und langfristig nicht
repariert werden.
Eine der Kernfragen dieses
Projektes lautet daher:
Wieviel
Anteile des Haushaltsbudgets bleiben in der Gemeinde und helfen damit
die Nahversorgungsstruktur zu sichern und welche Anteile fließen in
andere Gemeinden ab.
Und das Ergebnis zu dieser
Frage kann sich wirklich sehen lassen (siehe Folie 9):
Zwei Drittel aller Ausgaben für Nahversorgungsprodukte,
insgesamt ca. ATS 4,5 Mio werden in Inzinger Betrieben ausgegeben.
Der Betrag beruht auf
Angaben von 466 Haushalten, die alle Fragen zur Nahversorgung
beantworteten.
Dieser Wert ist erfreulich
hoch und belegt, daß die Gemeinde Inzing zur Zeit über eine gesunde
Nahversorgungsstruktur mit attraktiven Unternehmen verfügt, die von der
Bevölkerung auch sehr gut angenommen werden.
Bei diesen Auswertungen ist
natürlich darauf zu achten, daß letztendlich der Konsument in unserer
freien Marktwirtschaft entscheidet, wo er einkaufen will. In Inzing ist
es aufgrund der sicherlich für andere ländliche Gemeinden
beneidenswerten Situation nicht notwendig, regulierend bzw. fördernd
einzugreifen. Aber damit die Situation auch so bleibt und vielleicht
sogar noch verbessert wird, muß beständig und unermüdlich an der
Loyalität der Konsumenten zu den heimischen Nahversorgern gearbeitet
werden. Und da ist nicht nur die Marketingabteilung der Handelsbetriebe
gefordert, sondern auch die Gemeindeführung denn Nahversorgung geht
uns alle an! Eine zusammenbrechende Nahversorgungsstruktur kann fatale
Auswirkungen auf die finanzielle, soziale und gesellschaftliche Struktur
einer Gemeinde dieser Größenordnung zur Konsequenz haben.

Ø
Bei 94 Prozent aller Geschäftsbesuche in
Inzing werden 67 Prozent der Ausgaben getätigt. Bei 6 Prozent Geschäftsbesuche
in anderen Orten werden aber 33 Prozent der Ausgaben getätigt. Das
bedeutet, daß die Inzinger zum Großeinkauf gerne in ein
Einkaufszentrum oder in die Stadt fahren.


Folie
11
In dieser Auswertung werden
nur die Lebensmittelhändler unter den Nahversorgern bewertet. Bei den
Auswahlkriterien der am häufigsten besuchten Lebensmittelhändler
spielen die Qualität der angebotenen Produkte und die räumlich Nähe
die wichtigste Rolle. Die Preisgestaltung liegt in dieser Auswertung
erst nach der Angebotsstruktur an vierter Stelle. Billige Angebotspreise
alleine sind in der Regel für die Wahl des Geschäftes nicht vorrangig
entscheidend.
Wo
kauft man billig - nach Meinung der InzingerInnen?

Ø
20 Prozent der Inzinger meinen, daß die
Geschäfte (Lebensmittelhändler) im Ort teurer sind als im Cyta oder dez.
Das meinen vor allem jene Personen, die auch die Großeinkäufe außerhalb
erledigen.
Ø
die Warenkorbanalyse zeigt aber, daß tatsächlich
in Inzing sehr günstig eingekauft werden kann! Siehe dazu nächstes
Kapitel!